IVG und GGS: Absatzzahlen der Substratbranche auch 2025 konstant

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. und die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) e.V. haben das Ergebnis der jährlichen Erhebung von Absatz- und Produktionszahlen der Mitglieder aus der Substratindustrie vorgestellt. Erfreuliches Ergebnis: Der Absatz von Substraten aus deutscher Produktion blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant und signalisiert damit eine stabile Situation, trotz anhaltender Wirtschaftskrise und mangelnder Rohstoffsicherheit. Dies gilt für den Consumer- sowie den Profibereich, die sich verschiedenen Herausforderungen stellen. Wichtigster Rohstoff ist weiterhin Torf, gefolgt von Grüngutkompost und Holzfasern. 

Absatzmarkt weitestgehend stabil
Insgesamt wurden im Jahr 2025 7,9 Millionen Kubikmeter (m3) Substrate und Erden aus deutscher Produktion abgesetzt. So viel wie etwa in 3.200 olympische Schwimmbecken passen würde. Davon wurden gut drei Millionen m3 Profisubstrate für den Erwerbsgartenbau verkauft – 1,7 Millionen m3 im heimischen Markt sowie 1,2 Millionen m3 als Exportware. Zudem wurden fünf Millionen m3 Blumenerden für den Consumer-Bereich verkauft. Diese teilen sich auf in 4,1 Millionen m3 Erden für den deutschen Markt und 0,9 Millionen m3 für den Export. Absolut wurden in der Produktion 4,3 Millionen m3 Torf (2024: 4,7) verwendet, der für die Industrie wichtigste und aktuell unersetzbare Rohstoff. Hinzu kamen 4,4 Millionen m3 andere organische und 0,3 Millionen m3 mineralische Ausgangsstoffe.

Die generelle Stabilität in den Verkaufszahlen zeugt in erster Linie von einer krisenfesten Industrie, die sich trotz Polykrise und unsicherer Geopolitik bisher gegen viele Widerstände behaupten kann, auch wenn es an politischer Unterstützung in Deutschland fehlt. Die Rohstoffsituation ist nach wie vor angespannt. Es fehlt an Rinde und an hochwertigem Grüngutkompost. Bei Kokos besteht eine sehr große Abhängigkeit von fernen Produktionsorten und langen, kostenintensiven Lieferwegen. „Ein Schlüsselfaktor wäre es, die heimische Rohstoffgewinnung, von Torf und dessen Ersatzrohstoffen, zu stärken und sich auf die Prinzipien der Rohstoffsicherheit, Qualität, Regionalität und Unabhängigkeit zu besinnen“, bewertet Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG, die aktuelle Lage.

Einsatz von Substratausgangsstoffen – Torfreduktion am Limit
Der Anteil von Torf als Substratausgangsstoff für die Produktion von Profisubstraten für den Erwerbsgartenbau im deutschen Markt ist auf 61 Prozent gesunken. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt blieb auch 2025 konstant bei sechs Prozent. Im deutschen Consumer-Markt liegt der Torfanteil im Durchschnitt der eingesetzten Substratausgangsstoffe weiterhin bei 33 Prozent. Der Anteil torffreier Erden am Consumer-Gesamtmarkt ist unterdessen auf 30 Prozent gestiegen. „Die Torfreduktion ist dank zahlreicher Anstrengungen der Industrie, unterstützt durch wertvolle Forschungsarbeit an verschiedensten Einrichtungen, schon sehr weit vorangeschritten. Aber die Anforderungen aus der Politik stoßen nun in der Praxis bei Produktion und Anwendung sowie den Realitäten des Marktes an ihre Grenzen“, so Testroet. „Aufgrund der im Vergleich sehr geringen Rest-Emissionen durch die Torfnutzung in Kontrast zu Aufwand, Qualität und Verfügbarkeit, sollte künftig das Segment der torfreduzierten Erden mehr in den Fokus rücken. Alle Substratzusammensetzungen, im Consumer- wie im Profimarkt, müssen gleichberechtigt behandelt und dem Wettbewerb der besten Lösungen überlassen werden“. Dies trage auch dazu bei, eine Industrie am Standort zu behalten und die Selbstversorgung mit heimischen Substraten zu gewährleisten.

Die passende Aufklärungsarbeit und gezielte Beratung je nach Anwendungsart ist essenziell. Unterstützung erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher auf der Homepage Erden & Substrate.info oder in einem Informationsflyer der GGS. Bei Warentests von Erden und Substraten sollte der Leitfaden von GGS und IVG berücksichtigt werden.