Deutscher Torf- und Humustag mit neuem Besucherrekord

Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Erdenbranche waren am 21. September 2023 ins Ammerland nach Bad Zwischenahn zum 57. Deutschen Torf- und Humustag (DTHT) gekommen, der erneut vom Industrieverband Garten (IVG) e.V. ausgerichtet wurde. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch für unsere Veranstaltung“, zeigte sich Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, rundum zufrieden. Zu Beginn der Veranstaltung diskutierten Vertreter aus Politik und Industrie in einer Talkrunde über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Torfreduktion. Danach erhielten Expertinnen und Experten im Rahmen eines Science Slams die Möglichkeit, ihre Forschungsfelder plakativ zu präsentieren. Zudem beleuchteten fachkundige Referentinnen und Referenten die Substratindustrie der Zukunft.

Nachdem Walter Dübner vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Gäste begrüßt hatte, wurde im Polit-Talk über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Torfreduktion diskutiert. Zu Gast waren Dr. Marco Mohrmann, CDU-Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag, Renke zur Mühlen, Vorsitzender des Bund deutscher Baumschulen e.V. im Landesverband Weser-Ems, Dr. Thomas Schmidt vom BMEL sowie Moritz Böcking (Geschäftsführer Klasmann-Deilmann), der als Vertretung für den IVG und die Erdenindustrie sprach. Die Teilnehmer setzten verschiedene Schwerpunkte, bewerteten die Diskussion aber als konstruktiv. Es gab einen Appell an die Bundesregierung, sich an die Substratbranche anzunähern und Gespräche zu führen, verbunden mit der Bitte, den Gartenbau mitzunehmen und für eine stetige Verfügbarkeit von kultursicheren Substraten in gleichbleibender Qualität zu sorgen.

Im Science Slam konnten sechs Expertinnen und Experten innerhalb von zehn Minuten ihren Fachbereich vorstellen. Die Inhalte reichten dabei von der Digitalisierung der Moorwiedervernässung über die Veränderung der Produktionsrisiken durch Torfreduktion bis hin zur Erhöhung des Wasserspeichers in torffreien/-reduzierten Substraten dank Mikroalgen.

Quo vadis Substratindustrie?
Im Mittelpunkt des anschließenden Programmblocks stand die Substratindustrie der Zukunft. Als erster Referent stellte Tom Huijs, Development Manager Sphagnum bei Kekkilä-BVB, neue Entwicklungen der Paladikultur von Torfmoosen vor. Anschließend erklärten Marco Zevenhoven, Operational Director RHP, und Hein Boon, Director Responsibly Produced Peat (RPP), welche Faktoren bei der nachhaltigen Beschaffung von Komponenten für Kultursubstrate eine wichtige Rolle spielen und empfahlen eine deutlichere Kommunikation darüber. Außerdem erläuterten sie die Errungenschaften der niederländischen Einigung im Bereich nachhaltigere Substrate. Im letzten Vortrag ging Dr. Dieter Lohr, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, auf die Herausforderungen für Hersteller, Handel und Verbraucher beim Torfverzicht bei Blumenerden ein.

Die Veranstaltung beendete Dipl.-Psych., M.Sc. Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung mit seinem Vortrag zum Generation Thinking am Beispiel der Generation Z. Er wurde aufgrund einer Autopanne kurzfristig digital hinzugeschaltet. Sein Vortrag zielte darauf ab, den Blick auf die nun in den Arbeitsmarkt drängende Generation Z zu verbessern. Sein Fazit: Wer als Arbeitgeber Erfolg bei der Rekrutierung der Gen Z haben möchte, muss diese mit anderen Augen sehen und sich anpassen.

Torf- und Humustag umbenannt
Am Ende des Tages verkündete Philip Testroet noch die Umbenennung des DTHT. Als Beschluss der Fachabteilungssitzung des IVG wird die Tagung ab dem kommenden Jahr unter der Bezeichnung „IVG Branchentag Erden & Substrate“ laufen und am 7. November 2024 in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn stattfinden.

Foto: IVG/Akka Olthoff

IVG beauftragt CPS GfK-Studie zum Kaufverhalten bei Blumenerden: Preis ist Kriterium Nummer 1

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. hat durch die Consumer Panel Services GfK eine repräsentative Befragung zum Kaufverhalten bei Blumenerden durchführen und auswerten lassen. Analysiert wurden allgemeine Kauf- und Verwendungsgewohnheiten der Käuferinnen und Käufer von Pflanz- und Blumenerden. Die konkreten Ergebnisse auf einen Blick: Der Preis stellt das wichtigste Kaufkriterium dar. Zwei Drittel aller Ausgaben in der Kategorie Pflanzerde entfallen auf die stationären Baumärkte und Gartencenter. Die Kunden wünschen sich mehrheitlich Instrumente zur Reduzierung der Umwelteinflüsse von Blumenerden. Das Segment torffreier Erden könnte weiter wachsen, wenn diese preislich und qualitativ gleichwertig gegenüber konventionellen Erden sind. Die Ergebnisse der Umfrage steht auf erden-substrate.info zum Download bereit. 

„Die GfK-Studie hilft uns und unseren Mitgliedern bei der Einschätzung der Kundenwünsche“, sagt Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG. So wird konventionelle Pflanz- und Blumenerde (mit Torf) von der Hälfte der Befragten gekauft. Bei möglicher Mehrfachauswahl entscheiden sich  40 Prozent für Bio- und 31 Prozent für torffreie Erde. Bei der  Frage nach den wichtigsten Kaufkriterien steht der Preis mit Abstand an erster Stelle (55 Prozent). Die Eignung der Erde für spezielle Pflanzenarten ist für ein Drittel der Befragten ebenfalls ein wichtiges Kriterium. „Wir wollten auch etwas über das Hintergrundwissen der Befragten erfahren“, erklärt Christian Koch, Senior Consultant bei CPS GfK. „Dabei hat uns positiv überrascht, dass 86 Prozent dem Substrat einen großen bis überdurchschnittlich hohen Anteil am Erfolg der Kultur zuschreiben“. Die Studie zeigt zudem, dass 70 Prozent die Hinweise auf den Verpackungen zur Anwendung lesen. „Dies ist ein wichtiger Punkt, denn beim Umgang mit torffreien Substraten kommt es auch auf die richtige Handhabung durch die Gärtnerinnen und Gärtner an“, ergänzt Testroet für den IVG.

Torf weiterhin akzeptiert
Betrachtet man die Rahmenbedingungen der Erdenherstellung und die bestehende Rohstoffknappheit, so würden 70 Prozent der Käuferinnen und Käufer weiterhin Torf in Blumenerden akzeptieren, wenn sichergestellt wäre, dass für seine Gewinnung keine Natur zerstört wurde. 61 Prozent würden Erden mit einem auf 30 Prozent stark reduzierten Torfanteil kaufen und 57 Prozent würden sich eine Klimakompensation der CO2-Emissionen des Torfes wünschen. Im Hinblick auf die Stärkung im Segment torfreduziert und torffrei wäre laut Umfrage noch eine deutliche Steigerung möglich. Mehr als zwei Drittel der Befragten würden eher torffreie Erde kaufen, wenn diese qualitativ und preislich gleichwertig mit torfhaltiger Erde wäre. „Für uns bedeutet diese Aussage, dass sich die Politik mit den Herstellern an einen Tisch setzen sollte, um Wege zu diskutieren, wie dieses Ziel gemeinsam erreicht werden kann“, fasst Testroet die Ergebnisse zusammen.

IVG hat verfassungsrechtliche Bedenken gegen geplantes Torfabbauverbot in Niedersachsen

Die regierungstragenden Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben im Niedersächsischen Landtag das „Gesetz zur Verbesserung des Klimaschutzes“ eingebracht. Es sieht unter anderem eine Änderung des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatSchG) vor und ein umfassendes Verbot des Torfabbaus in Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund hat der Industrieverband Garten (IVG) e.V. die Kanzlei DOMBERT Rechtsanwälte beauftragt, die geplanten Neuregelungen in Bezug auf das Verbot des Torfabbaus auf ihre Verfassungskonformität hin rechtsgutachterlich zu überprüfen. Das Gutachten kommt zusammengefasst zu dem Ergebnis, dass dem Bundesland Niedersachsen keine Gesetzgebungskompetenz in dieser Sache zusteht. In einer Anhörung des Niedersächsischen Landtags, an der Vertreter des IVG teilnahmen, signalisierten die Abgeordneten Gesprächsbereitschaft, was den Verband auf Änderungen während des Gesetzgebungsverfahrens hoffen lässt.   

Laut des Gutachtens begegnet das geplante Verbot des gewerblichen Torfabbaus zusätzlich materiell-rechtlich durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken. Es verstößt in seiner gegenwärtig geplanten Ausgestaltung gegen mehrere Grundrechte der torfabbauenden Unternehmen. Darunter das Grundrecht auf Berufsfreiheit sowie das diesem Grundrecht inhärente Gebot der Belastungsgerechtigkeit im Hinblick auf Emissionsminderungslasten. „Dem tiefgreifenden und schwerwiegenden Eingriff in Form eines Berufsverbotes steht kein realer Nutzen in Bezug auf die Ziele des Klima- und Umweltschutzes gegenüber“, sagt Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, „da der dringend benötigte Torf stattdessen importiert wird und heutzutage keine lebenden Moore mehr für den Torfabbau verwendet werden.“ Der Gesetzgeber muss bei grundrechtsintensiven Neuregelungen allerdings stets die Besonderheiten des konkreten Regelungsumfeldes berücksichtigen. Die torfabbauenden Unternehmen haben mit Blick auf den in ihrem Regelungsumfeld langjährigen und häufig mehrere Dekaden übergreifenden Prozess des Torfabbaus auf einem Grundstück samt anschließender Renaturierung und Wiedervernässung ein aus der besonderen Sachlage folgendes Bedürfnis nach einer stabilen Rechtslage als Grundlage für Investitionen.

Da nach gegenwärtigem Kenntnisstand in gartenbaulicher und technischer Hinsicht ein vollständiger Verzicht auf Torf nicht möglich ist und Torfersatzprodukte auf absehbare Zeit nicht in bedarfsdeckendem Maß zur Verfügung stehen, wird der nicht mehr in Deutschland abbaubare Torf künftig klimabelastender via Schiff oder Lkw nach Deutschland importiert werden. Hinzukommt, dass dieser Torf eine schlechtere Treibhausgasemissionsbilanz als der aus Niedersachsen aufweist, da er nicht nach der gesetzlich vorgeschriebenen Klimaschutzkompensation/Wiedervernässung des Bundeslandes abgebaut wird. „Die Erreichung der Klimaschutzziele wird so nicht gefördert, sondern – bei klimatologisch gebotener Gesamtbetrachtung – behindert“, so Testroet.

Die interessierten und qualifizierten Fragen, denen sich der IVG in der Anhörung stellte, sowie ein Gesprächsangebot zur weiteren Diskussion, machen indes Hoffnung, dass noch eine Lösung am „Runden Tisch“ gefunden werden kann.

IVG bietet neues Angebot für seine Mitglieder 

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. hat exklusiv für seine Mitgliedsunternehmen ein neues Angebot zur Fort- und Weiterbildung ihrer Nachwuchsführungskräfte entwickelt. Der „IVG Campus digital“ dient der fachlichen Weiterentwicklung ebenso wie dem Ausbau eines Netzwerks der zukünftigen Köpfe der Grünen Branche. Die Webinare finden in Kooperation mit Prof. Dr. Thomas Vogler, unter anderem Vorsitzender des German Retail Lab e.V. und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des österreichischen Handelsverbands, statt und behandeln Themen wie Vertrieb, Marketing, Mitarbeiter- und Unternehmensführung. 

Das Angebot wendet sich speziell an neue Führungskräfte und solche, die es bald werden sollen, sowie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Personalverantwortung. In den vierstündigen Webinaren referieren Expert*innen, Coaches, Dozent*innen, Professor*innen sowie Praktiker*innen über Themen aus Mitarbeiter- und Unternehmensführung, Marketing, Vertrieb, Markt sowie der Branche. In kurzen Breakout-Sessions kann in kleineren Gruppen über die jeweiligen Themen diskutiert werden. Im Anschluss erhalten alle Teilnehmer eine Präsentation der Referentinnen und Referenten sowie eine Dokumentation des Webinars. Geplant sind vier Webinare pro Jahr. Inhalte betreffen unter anderem die digitale Transformation, Nachhaltigkeit oder Produktentwicklung. „Die bürokratischen Anforderungen für Unternehmen werden immer komplexer. Als moderner Verband versuchen wir deshalb, unsere Mitglieder auch im anspruchsvollen Tagesgeschäft zu unterstützen und dafür immer wieder neue Ideen und Ansätze zu entwickeln“, so Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG.

Erstes Seminar dreht sich um Umsetzungsprozesse in Unternehmen
Das  erste Seminar findet am 13. September 2023 unter dem Titel „Executing – getting things done“ statt. Prof. Dr. Thomas Vogler behandelt darin den Prozess erfolgreicher Umsetzung in Unternehmen. „Eine Studie belegt, dass Führungskräfte, die anhaltend erfolgreich sind, sich auf eine Handvoll Prioritäten fokussieren“, so Prof. Dr. Vogler. „Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die erfolgreiche Umsetzung der Strategien.“ Prof. Dr. Vogler erläutert vier Schritte, die im Prozess erfolgreicher Umsetzung gegangen werden müssen, um ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich zu machen.

IVG und GGS: Substratindustrie steuert auf Rindenknappheit zu

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. und die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) warnen vor einem Engpass bei Baumrinden zur Herstellung von Rindenmulch und Rindenhumus in der Substratbranche. Die ohnehin seit Jahren angespannte Situation durch das erhöhte Aufkommen des Borkenkäfers weitet sich nun zusehends zu einer Krise aus. Gründe dafür sind die vermehrte Verbrennung von Rinden für die Energieproduktion, häufig auftretende Waldbrände sowie der verminderte Holzeinschnitt aufgrund des Einbruchs der Baukonjunktur. Vor diesem Hintergrund mahnen der IVG und die GGS faire Wettbewerbsbedingungen und Preisverhandlungen an.

Im Handel herrscht nach wie vor eine große Nachfrage nach Blumenerden und Rindenmulch, da Gartenarbeit und die Gestaltung des Balkons weiterhin hoch im Trend liegen. Zur Herstellung von torfreduzierten Blumenerden (Kultursubstraten) wird unter anderem auch Rindenhumus eingesetzt. „Viele Hersteller können den anhaltend hohen Bedarf an Rinde in den Produkten allerdings derzeit nicht mehr decken, da diese insgesamt knapp wird“, sagt Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim  IVG. „Und daran wird sich laut unserer Einschätzung auch mittelfristig nichts ändern.“

Da sich für die Herstellung von Rindenmulch und -humus vor allem Nadelgehölze eignen, ist der Grund für die derzeitige Rindenknappheit auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So hat die Fichte, die sich in höheren, kühlen und feuchten Lagen wohlfühlt, besonders stark unter der Trockenheit der letzten Jahre gelitten. Dies führt zu einer extremen Anfälligkeit für den Borkenkäfer, der sich durch günstige Rahmenbedingungen wie höhere Temperaturen, milde Winter und ein gutes Angebot an bruttauglichem Holz stark vermehrt. Die Rinde befallener Bäume fällt größtenteils ab und bleibt im Wald oder kann nicht für gartenbauliche Zwecke verwertet werden. Aber auch die Kiefernwälder sind durch anhaltende Trockenheit und Schädlingsbefall bedroht.

Bedingt durch den Einbruch der Baukonjunktur und der damit verringerten Produktionstätigkeit der Deutschen Säge- und Holzindustrie fällt in den heimischen Sägewerken zudem eine geringe Menge an Rinde an. Laut einer Umfrage des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands e.V. (DeSH) sind derzeit bereits 95 Prozent der Einschnittkapazität von Produktionskürzungen betroffen und rund 60 Prozent der Befragten erwarten keine Belebung der Nachfrage, sondern abnehmende Auftragseingänge im Inland und damit auch weitere Produktionsrücknahmen. Verschärft wird die kritische Situation zudem durch vermehrt auftretende Waldbrände sowie die gesteigerte Verbrennung von Rinden zur Energieproduktion. Aufgrund dieser Gemengelage steigen aktuell die Marktpreise für Rohrinde und es ergeben sich Lieferschwierigkeiten. „Die zunehmende Rindenknappheit wirkt sich auf die Qualität des Rindenmulchs aus“, erläutert Ulrike Wegener, Geschäftsführerin der GGS. „Die Werke sind gezwungen, wenn sie überhaupt Ware bekommen, Rohrinde mit einem höheren Holzanteil einzusetzen, um ihren Rohstoffbedarf zu decken.“

IVG kritisiert Gesetzentwurf zum Torfabbau in Niedersachsen

Die Fraktionen der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen haben kürzlich im Niedersächsischen Landtag einen Gesetzentwurf zum Verbot der Neuvergabe von Torfabbaugenehmigungen eingebracht. Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. kritisiert den Entwurf ausdrücklich und sieht die künftige Versorgungssicherheit mit lokal produzierten Substraten gefährdet.

Der Gesetzentwurf zur Verbesserung des Klimaschutzes sieht vor, dass keine neuen Torfabbaugenehmigungen in Niedersachsen mehr erteilt werden dürfen. Es ist vorgesehen, dass Genehmigungsverfahren, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes begonnen wurden, nicht unter das Verbot fallen und nach altem Recht, das heißt, mit Klimakompensation, zu Ende geführt werden sollen. Spätere Verfahren unterliegen dem Verbot, es sei denn, überwiegende Gründe des Klima- oder Naturschutzes machen einen Abbau erforderlich. Die Klimakompensation, die ursprünglich aus dem NABU-IVG-Konzept von 2014 stammt, wird gestrichen.

Eine Beteiligung der Torfindustrie bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfs fand nicht statt, da das Verfahren von den Fraktionen und nicht dem Ministerium geführt wird. Es bestehen erhebliche rechtliche Bedenken gegenüber dem Gesetzentwurf, sodass der IVG ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben hat. Aus Sicht des Verbandes geht ein Torfabbauverbot in Niedersachsen zudem zu Lasten der Versorgungssicherheit, da ein gänzlicher Verzicht auf den Einsatz von Torf insbesondere im Erwerbsgartenbau derzeit nicht möglich ist. „Wir betrachten die Herangehensweise als zu verfrüht und an den Realitäten des Gartenbaus und der Pilzzucht vorbei. Aktuell werden etwa 5 Millionen Kubikmeter Torf im Jahr benötigt, deren Herkunft mittelfristig vollständig aus dem Import stammen muss. Der Torfabbau wird sich durch das Gesetz lediglich verlagern und die Abhängigkeit vom Ausland erhöhen“, fasst Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, die Situation zusammen. „Und das, obwohl der Torfabbau heutzutage keine lebenden Moore mehr gefährdet und durch die anschließende Renaturierung ein Gewinn für die Biodiversität ist.“ Zahlen belegen, dass der Einfluss auf das Klima durch die Torfnutzung im Gartenbau mit weniger als 0,2 Prozent der deutschen Emissionen marginal ist. Natürlich muss die Substratbranche, wie jede andere Branche auch, ihren prozentualen Anteil an der Reduzierung der Emissionen leisten. „Der natürliche und lokal verfügbare Rohstoff Torf sollte nicht generell verteufelt werden“, so Testroet,  „er bietet schließlich die besten Eigenschaften als Kultursubstrat.“

IVG veröffentlicht Programm für Forum Gartenmarkt

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. hat sein Programm für das diesjährige IVG Forum Gartenmarkt bekannt gegeben, das am 9. November im Maritim Hotel in Düsseldorf stattfindet. Da der Verband sein 50-jähriges Bestehen feiert, steht die Veranstaltung unter dem Motto „50 Jahre im Garten“ und wartet mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten auf. Die eingeladenen Gäste aus Industrie, Handel und Medien der Grünen Branche können sich unter anderem auf Ranga Yogeshwar als Keynote-Speaker freuen. Teilnehmer, die sich jetzt anmelden, profitieren noch bis zum 30. Juni 2023 von dem günstigeren Frühbucherrabatt.

Der Physiker Ranga Yogeshwar zählt zu den bekanntesten Wissenschaftsjournalisten Deutschlands. Er schloss sein Studium an der RWTH Aachen als Diplom-Physiker ab und wechselte 1987 zum Westdeutschen Rundfunk Köln, wo er das Ressort Wissenschaft leitete. Während seiner Fernsehtätigkeit entwarf und moderierte er zahlreiche Fernsehsendungen, unter anderem „Quarks&Co.“, „Die Große Show der Naturwunder“ und „Wissen vor Acht“. Seit 2008 ist Yogeshwar, der unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, als freier Wissenschaftsjournalist und Autor tätig. In seinem Vortrag blickt er auf die Welt seines Enkels Emil, der im Januar 2020 geboren wurde, und stellt die Frage: „In welcher Welt wird Emil leben?“ Denn im Zeichen von Künstlicher Intelligenz, Klimawandel und schwindender Artenvielfalt, Ressourcenverbrauch und konsumgeprägten Menschenbild beginnt ein Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit. Emils Welt ist also anders als das „business as usual“ der Vorgängergenerationen. Sie wird das Ergebnis einer globalen Transformation sein und hierbei stellt sich die Frage nach den neuen Prioritäten und Werten.

Frühbucherrabatt von 20 Prozent
Am Vorabend, dem 8. November, treffen sich Handel und Industrie zu einem feierlichen Get-Together mit unterhaltsamem Rahmenprogramm. „Ich möchte an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG, „doch am Vorabend und am Kongresstag möchten wir das Bestehen des Verbandes gebührend feiern und die Gäste mit einem entsprechenden Programm überraschen.“ Wer sich jetzt noch bis zum 30. Juni 2023 unter www.ivg.org/forum-gartenmarkt registriert, erhält einen Frühbucherrabatt in Höhe von 20 Prozent. Auf der Webseite ist auch das gesamte Programm hinterlegt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verband Deutscher Garten-Center (VDG), dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) und dem Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) im Zentralverband Gartenbau statt.

BU: Der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar ist Keynote-Speaker auf dem 14. IVG Forum Gartenmarkt. ©: HGEsch-0007

IVG mit Stand und Gartenparty auf der spoga+gafa

Vom 18. bis 20. Juni 2023 findet in Köln auf dem Gelände der koelnmesse wieder die spoga+gafa statt. Auf der internationalen Gartenlifestyle-Messe ist der Industrieverband Garten (IVG) e.V. auch in diesem Jahr mit einem eigenen Messestand, der Gemeinschafts-fläche „IVG Power Place“ im Segment „creation & care“ in Halle 6 der spoga+gafa vertreten. Zudem lädt der IVG zur traditionellen Gartenparty ein, zu der am Montag, dem 19. Juni, mehr als 300 Entscheider aus der Grünen Branche erwartet werden.

Der IVG ist bereits seit seiner Gründung ideeller Träger der spoga+gafa. Die Zusammenarbeit mit der koelnmesse ist eng und so präsentieren sich auch in diesem Jahr wieder einige IVG Mitglieder auf der Gartenlifestyle-Messe. Die neuesten Technologietrends für Grünflächen bilden dabei den Fokus beim IVG Power Place. Hier werden innovative Technologien und smarte Lösungen für die Garten-, Terrassen- und Balkonwelten ausgestellt. Interessantes zu den Themen Erden, Substrate, Dünger, Ersatzstoffe, Pflanzen und Pflanzenschutz finden die Besucher weitgehend in Passage 4/5 sowie seit diesem Jahr im angrenzenden Mittelboulevard. Alles rund ums Grillen ist in den Hallen 7 und 8 vertreten, das Thema garden living mit Gartenmöbeln und Dekoration in den Hallen 3, 4, 5, 9, 10 und 11. Begleitet werden die Ausstellungen von informativen Vorträgen, spannenden Talks und Podiumsdiskussionen.

Am Messemontag sind ab 17:30 Uhr Hersteller, Lieferanten, Kunden und Medienvertreter der Grünen Branche zur traditionellen Gartenparty des IVG eingeladen. In Halle 6.1 am Stand B 20 haben sie die Möglichkeit – bei Kölsch, kleinen Köstlichkeiten und Musik – Kontakte zu pflegen, Neuigkeiten auszutauschen und den Messetag gesellig ausklingen zu lassen. 

IVG bestätigt Fachabteilungssprecher in ihren Ämtern

Im Rahmen ihrer Sitzung am 3. Mai 2023 in Hannover haben die Mitglieder der Fachabteilung „Substrate, Erden, Ausgangsstoffe“ (SEA) des Industrieverband Garten (IVG) e.V. ihren stellvertretenden Sprecher Frank Tamminga einstimmig im Amt bestätigt. Ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden am 11. Mai in einer Online-Sitzung Frank Lock als Sprecher der Fachabteilung Profigartenbau (PGB) sowie Peter Hölzer als sein Stellvertreter.

„Wir freuen uns über die Wiederwahl aller Sprecher und gratulieren ihnen zu diesen eindeutigen Ergebnissen“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Sie alle sind seit Jahren im IVG aktiv und kennen Verband und Branche bestens.“ Frank Tamminga (l.) ist Geschäftsführer der Aurich-Wiesmoor-Torfvertriebs GmbH. Frank Lock (M.) ist Geschäftsführer der Lock Antriebstechnik GmbH und Peter Hölzer (r.) Vertriebsleiter Deutschland bei der Birchmeier Sprühtechnik AG. 

Fachabteilung Substrate, Erden, Ausgangsstoffe
Ein Großteil aller Hersteller von Blumenerden und Kultursubstraten in Deutschland sowie der torfgewinnenden Unternehmen in Niedersachsen versammelt sich in der Fachabteilung SEA. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Interessenvertretung der Mitglieder bei politischen Vorhaben auf nationaler und europäischer Ebene in enger Zusammenarbeit mit anderen Branchenverbänden. Die Verfügbarkeiten von Substratausgangsstoffen zu verbessern, steht hierbei in den kommenden vier Jahren ganz oben auf der Agenda.

Fachabteilung Profigartenbau
In der Fachabteilung PGB schließen sich Firmen zusammen, die Produkte für den Erwerbsgartenbau industriell herstellen und vertreiben. Die beteiligten Unternehmen decken dabei so unterschiedliche Bereiche ab wie Gewächshausbau und -einrichtungen, Klima- und Umweltanalytik, Klima-, Licht- und Bewässerungstechnik, digitale Kulturführung, Automatisierung, Dünger und Substrate sowie Maschinen und Geräte. Die Fachabteilung unterstützt ihre Mitglieder unter anderem darin, fachliche Kompetenzen zu bündeln und zu kommunizieren sowie ihre Belange gegenüber anderen Interessengruppen zu vertreten.

IVG veröffentlicht Produktionsstatistik von Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. hat gemeinsam mit der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) seine jährliche Datenerhebung bei den Substratherstellern zur Produktion und zum Torfeinsatz im Jahr 2022 abgeschlossen und nun abschließend ausgewertet. Nachdem der Torfanteil in Hobbyerden im Durchschnitt nur noch 43 Prozent beträgt, zeigt die Statistik für den Profibereich die weiterhin ungebrochene Bedeutung des natürlichen Rohstoffs Torf für den Gartenbau in Deutschland. Der Torfanteil in den Profisubstraten sank von 78 auf 77 Prozent. Holzfasern sind dabei der wichtigste Torfersatzrohstoff. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt liegt gerade einmal bei 3 Prozent. Zusammen mit den Hobbyerden wurden im vergangenen Jahr 8,1 Millionen Kubikmeter Substrate deutscher Herstellung verkauft.

In einem sehr schwierigen Jahr für den Gartenbau trieb die Nachfrage die Torfreduktion im Profisegment gerade einmal um einen Prozentpunkt an. Der Gesamtabsatz im deutschen Markt blieb mit zwei Millionen Kubikmetern erfreulicherweise sehr konstant. Laut der Abfrage des IVG konnten im Jahr 2022 keine wesentlichen neuen Quellen für Holzfasern, Grüngutkompost und Rindenhumus erschlossen werden. Potenziale für weitere Importe von Kokosprodukten (Kokosmark und Kokosfasern) als Torfersatz wären auf dem Weltmarkt aber verfügbar. „Die größten Hindernisse für eine schnellere Torfreduktion im Profisegment sind die unklaren Bedingungen für den Erwerbsgartenbau, wie die Kultursicherheit zu gewährleisten ist. Hinzu kommen die fehlende Verfügbarkeit von Ersatzrohstoffen in den benötigten Qualitäten. Zudem bräuchten wir eine höhere Akzeptanz für den Einsatz von Kokosmaterialien“, fasst Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, das Ergebnis zusammen. „Daran möchten wir mit unseren Mitgliedern und deren Kunden weiter arbeiten.“ Es gelte jetzt, sich an den zahlreichen Pilot- und Forschungsvorhaben zu orientieren und das Machbare umzusetzen. „Wir sind fest davon überzeugt, unser Ziel der Selbstverpflichtung von einer Quote von 30 Prozent Torfersatz im Jahr 2030 zu erreichen. Dafür muss die Reduktion mindestens auf dem jetzigen Niveau voranschreiten“, so Testroet.

Die Absatzzahlen 2022 im Detail
In Deutschland wurden 2022 von den abgefragten Firmen 8,1 Millionen Kubikmeter Substrate abgesetzt – hauptsächlich im deutschen Markt. Dort wurden etwa 3,8 Millionen Kubikmeter Hobbyerden und 2 Millionen Kubikmeter Kultursubstrate für den Profibereich verkauft. Hinzu kommen etwa 2,3 Millionen Kubikmeter Substrate, die exportiert wurden. Die Produktion beinhaltet etwa 1,1 Millionen Kubikmeter torffreie Substrate im Hobbybereich und 100.000 Kubikmeter für den Erwerbsgartenbau.

Korrektur für das Jahr 2021
Der bisher kommunizierte Wert für das Jahr 2021 hat sich als nicht korrekt herausgestellt und ist auf ein Versehen bei der Meldung zurückzuführen. Der korrigierte Wert für die verkaufte Menge an Substraten deutscher Herstellung liegt bei 9,1 Millionen statt der bisher angegebenen 12 Millionen Kubikmeter. Die Differenz kommt vor allem durch einen deutlich geringeren Absatz von Profisubstraten im Exportgeschäft zustande. Hinzu kommt der Effekt, dass sich in den vergangenen Jahren nicht nur die Gewinnung des Torfes vermehrt in andere Länder verlagert hat, sondern die Produktion der Substrate für den Export zunehmend ebenfalls dort stattfindet, wo der Torf abgebaut wird.