IVG und GGS: Absatzzahlen der Substratbranche auch 2025 konstant

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. und die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) e.V. haben das Ergebnis der jährlichen Erhebung von Absatz- und Produktionszahlen der Mitglieder aus der Substratindustrie vorgestellt. Erfreuliches Ergebnis: Der Absatz von Substraten aus deutscher Produktion blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant und signalisiert damit eine stabile Situation, trotz anhaltender Wirtschaftskrise und mangelnder Rohstoffsicherheit. Dies gilt für den Consumer- sowie den Profibereich, die sich verschiedenen Herausforderungen stellen. Wichtigster Rohstoff ist weiterhin Torf, gefolgt von Grüngutkompost und Holzfasern. 

Absatzmarkt weitestgehend stabil
Insgesamt wurden im Jahr 2025 7,9 Millionen Kubikmeter (m3) Substrate und Erden aus deutscher Produktion abgesetzt. So viel wie etwa in 3.200 olympische Schwimmbecken passen würde. Davon wurden gut drei Millionen m3 Profisubstrate für den Erwerbsgartenbau verkauft – 1,7 Millionen m3 im heimischen Markt sowie 1,2 Millionen m3 als Exportware. Zudem wurden fünf Millionen m3 Blumenerden für den Consumer-Bereich verkauft. Diese teilen sich auf in 4,1 Millionen m3 Erden für den deutschen Markt und 0,9 Millionen m3 für den Export. Absolut wurden in der Produktion 4,3 Millionen m3 Torf (2024: 4,7) verwendet, der für die Industrie wichtigste und aktuell unersetzbare Rohstoff. Hinzu kamen 4,4 Millionen m3 andere organische und 0,3 Millionen m3 mineralische Ausgangsstoffe.

Die generelle Stabilität in den Verkaufszahlen zeugt in erster Linie von einer krisenfesten Industrie, die sich trotz Polykrise und unsicherer Geopolitik bisher gegen viele Widerstände behaupten kann, auch wenn es an politischer Unterstützung in Deutschland fehlt. Die Rohstoffsituation ist nach wie vor angespannt. Es fehlt an Rinde und an hochwertigem Grüngutkompost. Bei Kokos besteht eine sehr große Abhängigkeit von fernen Produktionsorten und langen, kostenintensiven Lieferwegen. „Ein Schlüsselfaktor wäre es, die heimische Rohstoffgewinnung, von Torf und dessen Ersatzrohstoffen, zu stärken und sich auf die Prinzipien der Rohstoffsicherheit, Qualität, Regionalität und Unabhängigkeit zu besinnen“, bewertet Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG, die aktuelle Lage.

Einsatz von Substratausgangsstoffen – Torfreduktion am Limit
Der Anteil von Torf als Substratausgangsstoff für die Produktion von Profisubstraten für den Erwerbsgartenbau im deutschen Markt ist auf 61 Prozent gesunken. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt blieb auch 2025 konstant bei sechs Prozent. Im deutschen Consumer-Markt liegt der Torfanteil im Durchschnitt der eingesetzten Substratausgangsstoffe weiterhin bei 33 Prozent. Der Anteil torffreier Erden am Consumer-Gesamtmarkt ist unterdessen auf 30 Prozent gestiegen. „Die Torfreduktion ist dank zahlreicher Anstrengungen der Industrie, unterstützt durch wertvolle Forschungsarbeit an verschiedensten Einrichtungen, schon sehr weit vorangeschritten. Aber die Anforderungen aus der Politik stoßen nun in der Praxis bei Produktion und Anwendung sowie den Realitäten des Marktes an ihre Grenzen“, so Testroet. „Aufgrund der im Vergleich sehr geringen Rest-Emissionen durch die Torfnutzung in Kontrast zu Aufwand, Qualität und Verfügbarkeit, sollte künftig das Segment der torfreduzierten Erden mehr in den Fokus rücken. Alle Substratzusammensetzungen, im Consumer- wie im Profimarkt, müssen gleichberechtigt behandelt und dem Wettbewerb der besten Lösungen überlassen werden“. Dies trage auch dazu bei, eine Industrie am Standort zu behalten und die Selbstversorgung mit heimischen Substraten zu gewährleisten.

Die passende Aufklärungsarbeit und gezielte Beratung je nach Anwendungsart ist essenziell. Unterstützung erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher auf der Homepage Erden & Substrate.info oder in einem Informationsflyer der GGS. Bei Warentests von Erden und Substraten sollte der Leitfaden von GGS und IVG berücksichtigt werden.

Preiserhöhungen durch Krieg im Iran auch im Gartenmarkt

Steigende Rohstoffpreise und Engpässe in der Lieferkette bedingt durch den Krieg im Iran setzen viele Wirtschaftsbereiche in Deutschland massiv unter Druck. Zahlreiche Branchen mussten ihre Preise bereits erhöhen. Diese Entwicklung hat nun auch den Gartenmarkt erreicht. Hersteller von Substraten, Pflanzerden und Düngemitteln sowie Geräte- und Hartwarenhersteller sind gezwungen, die Mehrkosten an den Handel und damit an den Endverbraucher weiterzugeben. 

Der Nahost-Konflikt trifft laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Breite der deutschen Wirtschaft. 83 Prozent der Unternehmen spüren bereits jetzt die negativen Folgen der Krise – insbesondere Kostensteigerungen und Engpässe bei Öl, Gas, Kraftstoffen sowie Kunststoffprodukten. So stieg im März der wichtigste Rohstoffindex um fast ein Fünftel. Im Zentrum stehen dabei stark steigende Kostenbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Am häufigsten nennen die Betriebe in einer Umfrage der DIHK gestiegene Fracht- und Transportkosten (73 Prozent), gefolgt von höheren Energiezahlungen (71 Prozent) sowie steigenden Rohstoff- und Materialpreisen (58 Prozent).

Die drastischen Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel haben auch Auswirkungen auf die Grüne Branche, denn dadurch wachsen die Frachtkosten weit über das kalkulierte und auch absehbare Maß. Die zu zahlenden Transportkosten für die Hersteller erhöhen sich automatisch, da es bei vielen Kontrakten mit Speditionen einen sogenannten „Dieselfloater“ gibt, bei dem steigende Dieselkosten automatisch zu höheren Frachtkosten führen.

Die erhöhten Erdgaspreise stellen insbesondere energieintensive Betriebe wie Keramikproduzenten oder Düngemittelhersteller vor große Herausforderungen. Denn bei der Herstellung von Keramiktöpfen oder von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas als Rohstoff bzw. Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Zudem erhöht sich der Preisdruck bei Düngern, insbesondere Harnstoff, weil Störungen von Produktion und Transport im Nahen Osten das global verfügbare Angebot verknappen. Die Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen hingegen führen zu steigenden Preisen unter anderem bei Aluminium und gängigen Kunststoffen. Davon betroffen sind vor allem die Hersteller von Hartwaren und Gartengeräten.

„Viele unserer Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen Monaten alles darangesetzt, lieferfähig zu bleiben und den gewohnten Service zu gewährleisten“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim Industrieverband Garten (IVG) e.V. „Doch die Entwicklung zwingt nun auch diejenigen zu Erhöhungen, die die Kostensteigerungen bisher kompensieren konnten“. Dort, wo zugekaufte Rohmaterialien fehlen, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck daran, technische Alternativen und neue Lieferanten zu finden. Nichtsdestotrotz bleibt die Lage angespannt.

Save the Date: IVG Branchentag Erden & Substrate im niederländischen Cuijk

Auch in diesem Jahr trifft sich die deutsche und internationale Erdenindustrie auf dem IVG Branchentag Erden & Substrate. Allerdings nicht wie traditionell in Bad Zwischenahn, sondern einmalig und als Special Event im niederländischen Cuijk. Am 19. November 2026 erwartet der Industrieverband Garten (IVG) e.V. im sogenannten „INSPYRIUM“ – einem der grünsten Veranstaltungsorte der Niederlande – wieder fachkundige Referentinnen und Referenten, die in ihren Vorträgen aktuelle Fragestellungen und Entwicklungstrends der Branche aufgreifen. Der anschließende Branchenabend, der im Anschluss ebenfalls im „INSPYRIUM“ stattfindet, gibt zudem Gelegenheit zu einem informativen Austausch in geselliger Runde. 

„Unsere Besucherinnen und Besucher können sich wieder auf in die Zukunft gerichtete Diskussionen mit Industrie, Handel, Lieferanten und Politik freuen“, sagt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer beim IVG. „Dazu werden wir ein spannendes und abwechslungsreiches Vortragsprogramm zusammenstellen und zu einem geselligen Netzwerkabend einladen.“ Im „INSPYRIUM“ erwartet alle Gäste eine einzigartige Event-Atmosphäre. Als besonderes Highlight wird der Comedian Patrick Nederkoorn für einen gesellschaftskritischen, aber dennoch humorvollen Beitrag sorgen. Anmeldungen zur Veranstaltung sind unter www.ivg.org/btes möglich. Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Jetzt zum IVG Forum Gartenmarkt anmelden und Frühbucherrabatt sichern

Jedes Jahr im Herbst lädt der Industrieverband Garten (IVG) e.V. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Handel und Medien zu einem der wichtigsten Treffen der Gartenbranche ein – dem IVG Forum Gartenmarkt. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am Donnerstag, dem 5. November, im Maritim Hotel in Düsseldorf statt unter dem Motto „Fit für den Wandel – wer sich anpasst, blüht auf“. Der IVG erwartet rund 250 Gäste. Hochkarätige Referentinnen und Referenten werden die wichtigsten Entwicklungen des Gartenmarktes und anderer Branchen unter die Lupe nehmen. Am Vorabend treffen sich zudem Handel und Industrie zu einem Get-Together, um sich in ungezwungener Runde über aktuelle Branchen-Themen auszutauschen. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Bis zum 31. Juli 2026 erhält man einen Frühbucherrabatt von 10 Prozent. 

„Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von verhaltener Konsumlaune, sinkender Kaufkraft und einer weltpolitisch angespannten Lage“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim IVG. Kriege, Handelskonflikte, Lieferkettenrisiken wirken sich auch auf die Grüne Branche aus. „Mehr denn je sind Anpassungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft in Unternehmen gefragt, um auch in herausfordernden Zeiten, Chancen und positive Entwicklungen zu kreieren“, so Hackstein. „Mit unserem diesjährigen Motto möchten wir dazu Denkanstöße geben.“

Get-Together am Vorabend
Bereits am Vorabend, dem 4. November, treffen sich Industrie und Handel im Maritim Hotel zu einem gemeinsamen Get-Together. Die Teilnahme daran ist in der Kongressgebühr enthalten. Anmeldungen sind ab sofort unter www.ivg.org/forum-gartenmarkt möglich. Wer sich bis zum 31. Juli 2026 registriert, erhält einen Frühbucherrabatt in Höhe von 10 Prozent. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verband deutscher Gartencenter (VDG), dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) und dem Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) im Zentralverband Gartenbau statt. Das finale Programm veröffentlicht der IVG in Kürze.

„LaDIY“ zieht Bilanz und plant für die Zukunft

LaDIY – das gemeinsame Frauennetzwerk der Bau- und Gartenmarktbranche – feiert sein zweijähriges Bestehen. Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB), der Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und der Industrieverband Garten e.V. (IVG) haben es ins Leben gerufen, um Frauen in der Branche stärker zusammenbringen und ihre Sichtbarkeit zu fördern. Passend zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 blickt das Netzwerk auf bisher Erreichtes und auf zukünftige Pläne. 

„Das Netzwerk ist in den vergangenen zwei Jahren erfreulich gewachsen“, resümiert Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Das zeigt, dass wir mit der Initiative einen Nerv getroffen haben und Gleichstellung kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern aktueller denn je.“ Zu den beiden Netzwerktreffen im Januar 2025 und 2026 waren mehr als 50 engagierte Branchenvertreterinnen zusammengekommen, um sich auszutauschen, zu inspirieren und zu vernetzen. Auch die angebotenen Webinare waren sehr stark besucht. „Die Teilnehmerinnen schätzten die Möglichkeit zum Austausch innerhalb des Netzwerkes“, sagt Dr. Marie-Charlotte Claßen, stellvertretende Geschäftsführerin und Justiziarin beim HHG. „Und die bisherigen Themen scheinen bestens angekommen zu sein, denn nach den Vorträgen und in den Pausen wurde intensiv über die Inhalte diskutiert.“

Mit weiteren Angeboten wollen die Organisatorinnen auch 2026 die Diversität in der Bau- und Gartenmarktbranche weiter fördern. „Wir sind gerade dabei, Expertinnen und Experten aus der Branche in unsere Arbeit mit einzubeziehen, um mit ihnen ein Mentoring-Programm zu entwickeln“, erklärt Annekatrin Conrads, Leitung Ressort Personal & Personalentwicklung beim BHB. „Zudem sind weitere Veranstaltungen und das nächste Präsenztreffen in diesem Jahr bereits in Planung.“

Krieg im Iran – Preiserhöhungen auch im Gartenmarkt zu befürchten

Durch den Krieg im Iran sind die Transportkosten – insbesondere auf der Straße – stark explodiert, was sich gerade bei großvolumigen Produkten deutlich auf die Gesamtkosten niederschlägt. Die Entwicklung betrifft den gesamten Gartenmarkt, speziell aber die Hersteller von Blumenerden und Substraten. Sie befürchten, zu kurzfristigen Preisanpassungen gezwungen zu werden. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Auswirkungen des Irankriegs bereits an den Zapfsäulen zu spüren bekommen. Dort kostet Diesel im bundesweiten Durchschnitt derzeit um die 2,086 Euro je Liter. Diese drastische Preiserhöhung hat auch Auswirkungen auf die Grüne Branche, denn dadurch wachsen die Frachtkosten weit über das kalkulierte und auch absehbare Maß. „Steigen die Preise für Diesel, erhöhen sich die zu zahlenden Transportkosten für die Hersteller automatisch“, erklärt Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim Industrieverband Garten (IVG) e.V., die derzeitige Lage. Denn bei vielen Kontrakten mit Speditionen gibt es einen sogenannten „Dieselfloater“, bei dem steigende Dieselkosten automatisch zu höheren Frachtkosten führen.

Die gesamte Entwicklung trifft die Hersteller von Blumenerden und Substraten besonders hart, da sie mit schweren und vergleichsweise günstigen Produkten handeln. Da machen sich anfallende Preissteigerungen schnell bemerkbar. „Für die Produzenten ergibt sich der Handlungsdruck, die Mehrkosten der Logistik über den Handel an die Verbraucher weiterzureichen, um wirtschaftlich produzieren und die Versorgungslage sicherstellen zu können“, so Hackstein. „Der Branche bleibt in dieser Situation kaum etwas anderes übrig und ich hoffe auf die Akzeptanz aller Akteure“, wirbt sie für Verständnis. Politisch flankierende Maßnahmen zur Abfederung der Preisanstiege an den Tankstellen wären demnach sehr wünschenswert.

IVG Jahresbericht veröffentlicht

Im Rahmen des IVG Medientag Garten hat der Industrieverband Garten (IVG) e.V. seinen Jahresbericht 2026 veröffentlicht. Mit umfangreichem Zahlenmaterial informiert er über die Entwicklung der Grünen Branche. Auf 44 Seiten werden unter anderem Umsatz- und Absatzzahlen aus dem Jahr 2025 aufbereitet, Trends und Entwicklungen im Gartenmarkt näher beleuchtet sowie die Kernprojekte des Verbands vorgestellt. Den Leitartikel hat in diesem Jahr Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher verfasst. Sie wirft darin einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Blick auf das, was sich tut und was kommt.

Theresa Schleicher bezieht sich in ihrem Artikel auf die Schreckensbotschaften zur künftigen Wirtschaftslage in Europa und Deutschland, mahnt aber zur Ruhe und gibt Perspektiven und Lösungsansätze. „Bis zu einem gewissen Grad mag unsere Gesellschaft ins Wanken geraten, doch dabei geht sie nicht komplett unter, sondern verändert sich“, so Schleicher. „Wer versteht, was die Welt langfristig bewegt, kann auch erkennen, wie sich Trends und echte Innovationen setzen lassen.“ Neben dem Leitartikel sind im neuen Jahresbericht unter anderem die Entwicklung des Gartenmarktes im vergangenen Jahr, der Witterungsverlauf oder die Kernkompetenzen des Verbandes informativ und übersichtlich in Szene gesetzt. Die wichtigsten Zahlen können Leserinnen und Leser auf einen Blick erfassen. Der Jahresbericht informiert zudem über die Veranstaltungen und Projekte des Verbandes.

Interessenten können den IVG Jahresbericht kostenlos per E-Mail an verband@ivg.org in der IVG Geschäftsstelle bestellen oder im Downloadbereich auf www.ivg.org herunterladen.

IVG Medientag Garten macht Hoffnung für 2026

Am 11. Februar 2026 fand im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse der 25. IVG Medientag Garten statt. Im Rahmen der Veranstaltung hielten Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher und Klaus Peter Teipel, Berater und Marktforscher in der DIY- und Gartenbranche, Fachvorträge zu aktuellen Zahlen und Fakten aus der Grünen Branche. So stellte Schleicher vor rund 200 angereisten Medienvertreterinnen und -vertretern die Trends für das kommende Jahr vor, basierend auf den Anforderungen potenzieller Kundinnen und Kunden. Teipel veröffentlichte die Zahlen der Grünen Branche für das Jahr 2025. Er sprach von leichten Verlusten, aber einem hoffnungsvollen Ausblick für 2026.

Der Garten der Zukunft bleibt ein Sehnsuchtsort. Balkon, Terrasse und Grünflächen sind Rückzugsräume. „Genau deshalb zeigt sich die Gartenbranche widerstandsfähiger als viele andere Konsumsegmente“, sagt Theresa Schleicher. „In den kommenden Jahren verändern sich allerdings die Spielregeln: Der Preisdruck steigt, Kaufentscheidungen werden rationaler, die kommenden Generationen verfügen weniger über Häuser und Gärten, Effizienz wird zum neuen Maßstab.“ Wer 2026 und 2027 in der Grünen Branche kaufe, frage weniger nach Design, sondern nach Nutzen, Langlebigkeit, Preis und Einsparung. „Die Fragen lauten: Wie viel Wasser spart das Produkt? Wie viel Pflege nimmt es ab? Wie viel Ertrag bringt es?“, so Schleicher.

Leichte Verluste – hoffnungsvoller Ausblick
Auch das Jahr 2025 hat für die deutsche Wirtschaft nicht die erhoffte Wende gebracht. Angesichts konstant hoher Preisniveaus und anhaltender Konsumzurückhaltung musste erstmals auch der Gartenmarkt leichte Umsatzverluste hinnehmen. „Im Vergleich zu anderen Branchen muss der Gartenmarkt dennoch als deutlich weniger konjunkturanfällig herausgehoben werden“, so Klaus Peter Teipel. Mit einem Umsatz von rund 19,7 Milliarden Euro hat er ein Minus von -0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Dabei konnte das Segment biologisch-chemischer Bedarf (+1,2 Prozent) zulegen. Auch die Hartwarensegmente haben etwas hinzugewonnen (+0,7 Prozent), während Lebendes Grün etwas verloren hat (-2,0 Prozent).

Hoffnung statt Pessimismus
„Auf der Verbraucherseite genießt der Gartenmarkt nach wie vor einen hohen Stellenwert“, so Teipel. 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher fehle es nicht an finanziellen Mitteln, sondern an Motivation und Inspiration. Hier seien Hersteller und Handel gleichermaßen gefordert, dem Markt mit entsprechenden Ideen und Lösungen wieder zu nachhaltigen Wachstumsimpulsen zu verhelfen. „2026 sehe ich die Wachstumsrate für den Gartenmarkt zwischen 0,5 und 2,7 Prozent“, sagt Teipel.

IVG Medientag Garten bereits zum 25. Mal 

Der IVG Medientag Garten feierte in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Bereits zum 25. Mal lud der Industrieverband Garten (IVG) e.V. Redakteur*innen aller relevanten Fachzeitschriften und Hobbygartenmagazine, TV-Journalist*innen sowie Influencer*innen aus dem Gartenbereich zu dieser Veranstaltung ein. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und informierten sich am 11. Februar im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse über die Produkthighlights des Gartenjahres 2026. 34 IVG Mitglieder stellten sie den Teilnehmenden in persönlichen und ausführlichen Gesprächen vor.

„Der IVG Medientag Garten ist aus der Grünen Branche nicht mehr wegzudenken,“ sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Welchen Stellenwert er besitzt, zeigt nicht nur unser 25-jähriges Jubiläum, sondern auch die stetig wachsende Zahl der Besucher und Besucherinnen“. Die IVG Mitglieder erhielten beim IVG Medientag Garten die Gelegenheit, ihr Unternehmen und ihre Produkte persönlich vorzustellen und den Medien ohne Zeitdruck Rede und Antwort zu stehen. Die Medienvertreterinnen und -vertreter hatten zudem die Möglichkeit, die Artikel aus dem gesamten Spektrum des Gartenmarktes hautnah zu erleben. Darüber hinaus informierten Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher und Klaus Peter Teipel, klaus peter teipel research & consulting, in ihren Fachvorträgen über die aktuelle Lage im Gartenmarkt.

Auf dem Gelände der Koelnmesse hatten sich in diesem Jahr Hersteller aus den Bereichen Garten- und Rasenpflegegeräte, Pflanzenernährung, -gesundheit und -pflege, Garten Lifestyle sowie Substrate, Erden und Ausgangsstoffe präsentiert. Am Vorabend trafen sich die IVG Mitglieder und die Besucher*innen zu einem geselligen Get-Together ebenfalls in der Koelnmesse.

IVG weist Darstellung des Niedersächsischen Umweltministeriums zum Torfabbau-Urteil zurück

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. weist die Aussagen in der heutigen Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Zusammenhang mit dem Torfabbau in Niedersachsen entschieden zurück. Die öffentliche Darstellung suggeriert, das Gericht habe in der Hauptsache über die Verfassungsmäßigkeit des vollständigen Torfabbauverbots entschieden und dieses bestätigt. Dies ist sachlich falsch. 

Tatsächlich hat das Bundesverfassungsgericht am (heutigen) Mittwoch die Verfassungsbeschwerde eines Torfabbauunternehmens gegen das Torfabbauverbot in Niedersachsen nach dem Niedersächsischen Klimagesetz für unzulässig erklärt (1 BvR 2681/24) und die Verfassungsbeschwerde aus formalen Gründen nicht zur Entscheidung angenommen. Eine inhaltliche Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des Totalverbots ist nicht erfolgt. Entsprechende Aussagen, wonach der Eingriff „verhältnismäßig und verfassungsgemäß“ sei, finden sich im Beschluss an keiner Stelle.

„Die Darstellung des Umweltministeriums ist juristisch nicht haltbar. Das Gericht hat ausdrücklich nicht in der Sache entschieden. Wer etwas anderes behauptet, betreibt politische Deutung, aber keine rechtliche Einordnung“, erklärt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG.

Auch die vom Ministerium erneut angeführten Emissionszahlen für die niedersächsische Substratindustrie sind aus Sicht des IVG fachlich nicht belastbar. Inzwischen werden auf Bundesebene und in Fachgremien deutlich differenziertere Werte zugrunde gelegt, die den tatsächlichen Emissionsschwerpunkten auf landwirtschaftlich genutzten Moorböden Rechnung tragen. Tatsächlich liegen die aus dem in Niedersachsen gewonnenen Schwarztorf resultierenden Emissionen noch unter 800.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten. Das Ministerium zitiert also mehr als doppelt so hohe Zahlen und liegt damit falsch. Die durch diesen Rohstoff gewonnenen Pflanzen und Nahrungsmittel bzw. eingesparten Emissionen werden hingegen vollständig vernachlässigt.

Besonders kritisch bewertet der IVG die sogenannte Übergangsregelung. Zwischen Einbringung des Gesetzentwurfs im Juni 2023 und dem Stichtag für vollständige Anträge im Dezember 2023 lagen lediglich rund sechs Monate. In dieser Zeit war es faktisch unmöglich, einen genehmigungsfähigen Abbauantrag zu erstellen. Erforderliche naturschutzfachliche Untersuchungen – etwa zu Brutvögeln oder Amphibien – sind an feste jahreszeitliche Zeitfenster gebunden und können nicht beliebig verkürzt oder verschoben werden. „Eine Übergangsregelung, die technisch nicht erfüllbar ist, ist keine echte Übergangsregelung, sondern eine Nebelkerze. Sie kommt einem sofortigen Totalverbot gleich und bringt Unternehmen und Beschäftigte in existenzbedrohende Situationen – ohne nachgewiesenen klimapolitischen Mehrwert“, so Testroet weiter.

Der IVG hält fest: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist keine Bestätigung des niedersächsischen Torfabbauverbots. Die verfassungsrechtlichen Fragen zur Verhältnismäßigkeit, zur tatsächlichen Klimawirkung und zu den Grenzen staatlicher Eingriffe sind weiterhin offen und werden nun von den Fachgerichten zu klären sein. Eine sachliche und differenzierte Debatte bleibt daher dringend notwendig.

Der IVG fordert eine Rückkehr zur Torfgewinnung mit Klimakompensation nach dem NABU-IVG-Konzept. Dieses ermöglicht eine verantwortungsvolle Nutzung regionaler Ressourcen und schafft gleichzeitig neue, wiedervernässte Moorflächen – finanziert durch die Industrie. Damit lassen sich Klimaschutz, Ressourcensicherung und Naturschutz vor Ort sinnvoll verbinden. Gleichzeitig schafft es Versorgungssicherheit für den heimischen Gartenbau.