„LaDIY“ zieht Bilanz und plant für die Zukunft

LaDIY – das gemeinsame Frauennetzwerk der Bau- und Gartenmarktbranche – feiert sein zweijähriges Bestehen. Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB), der Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und der Industrieverband Garten e.V. (IVG) haben es ins Leben gerufen, um Frauen in der Branche stärker zusammenbringen und ihre Sichtbarkeit zu fördern. Passend zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 blickt das Netzwerk auf bisher Erreichtes und auf zukünftige Pläne. 

„Das Netzwerk ist in den vergangenen zwei Jahren erfreulich gewachsen“, resümiert Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Das zeigt, dass wir mit der Initiative einen Nerv getroffen haben und Gleichstellung kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern aktueller denn je.“ Zu den beiden Netzwerktreffen im Januar 2025 und 2026 waren mehr als 50 engagierte Branchenvertreterinnen zusammengekommen, um sich auszutauschen, zu inspirieren und zu vernetzen. Auch die angebotenen Webinare waren sehr stark besucht. „Die Teilnehmerinnen schätzten die Möglichkeit zum Austausch innerhalb des Netzwerkes“, sagt Dr. Marie-Charlotte Claßen, stellvertretende Geschäftsführerin und Justiziarin beim HHG. „Und die bisherigen Themen scheinen bestens angekommen zu sein, denn nach den Vorträgen und in den Pausen wurde intensiv über die Inhalte diskutiert.“

Mit weiteren Angeboten wollen die Organisatorinnen auch 2026 die Diversität in der Bau- und Gartenmarktbranche weiter fördern. „Wir sind gerade dabei, Expertinnen und Experten aus der Branche in unsere Arbeit mit einzubeziehen, um mit ihnen ein Mentoring-Programm zu entwickeln“, erklärt Annekatrin Conrads, Leitung Ressort Personal & Personalentwicklung beim BHB. „Zudem sind weitere Veranstaltungen und das nächste Präsenztreffen in diesem Jahr bereits in Planung.“

Krieg im Iran – Preiserhöhungen auch im Gartenmarkt zu befürchten

Durch den Krieg im Iran sind die Transportkosten – insbesondere auf der Straße – stark explodiert, was sich gerade bei großvolumigen Produkten deutlich auf die Gesamtkosten niederschlägt. Die Entwicklung betrifft den gesamten Gartenmarkt, speziell aber die Hersteller von Blumenerden und Substraten. Sie befürchten, zu kurzfristigen Preisanpassungen gezwungen zu werden. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Auswirkungen des Irankriegs bereits an den Zapfsäulen zu spüren bekommen. Dort kostet Diesel im bundesweiten Durchschnitt derzeit um die 2,086 Euro je Liter. Diese drastische Preiserhöhung hat auch Auswirkungen auf die Grüne Branche, denn dadurch wachsen die Frachtkosten weit über das kalkulierte und auch absehbare Maß. „Steigen die Preise für Diesel, erhöhen sich die zu zahlenden Transportkosten für die Hersteller automatisch“, erklärt Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim Industrieverband Garten (IVG) e.V., die derzeitige Lage. Denn bei vielen Kontrakten mit Speditionen gibt es einen sogenannten „Dieselfloater“, bei dem steigende Dieselkosten automatisch zu höheren Frachtkosten führen.

Die gesamte Entwicklung trifft die Hersteller von Blumenerden und Substraten besonders hart, da sie mit schweren und vergleichsweise günstigen Produkten handeln. Da machen sich anfallende Preissteigerungen schnell bemerkbar. „Für die Produzenten ergibt sich der Handlungsdruck, die Mehrkosten der Logistik über den Handel an die Verbraucher weiterzureichen, um wirtschaftlich produzieren und die Versorgungslage sicherstellen zu können“, so Hackstein. „Der Branche bleibt in dieser Situation kaum etwas anderes übrig und ich hoffe auf die Akzeptanz aller Akteure“, wirbt sie für Verständnis. Politisch flankierende Maßnahmen zur Abfederung der Preisanstiege an den Tankstellen wären demnach sehr wünschenswert.

IVG Jahresbericht veröffentlicht

Im Rahmen des IVG Medientag Garten hat der Industrieverband Garten (IVG) e.V. seinen Jahresbericht 2026 veröffentlicht. Mit umfangreichem Zahlenmaterial informiert er über die Entwicklung der Grünen Branche. Auf 44 Seiten werden unter anderem Umsatz- und Absatzzahlen aus dem Jahr 2025 aufbereitet, Trends und Entwicklungen im Gartenmarkt näher beleuchtet sowie die Kernprojekte des Verbands vorgestellt. Den Leitartikel hat in diesem Jahr Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher verfasst. Sie wirft darin einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Blick auf das, was sich tut und was kommt.

Theresa Schleicher bezieht sich in ihrem Artikel auf die Schreckensbotschaften zur künftigen Wirtschaftslage in Europa und Deutschland, mahnt aber zur Ruhe und gibt Perspektiven und Lösungsansätze. „Bis zu einem gewissen Grad mag unsere Gesellschaft ins Wanken geraten, doch dabei geht sie nicht komplett unter, sondern verändert sich“, so Schleicher. „Wer versteht, was die Welt langfristig bewegt, kann auch erkennen, wie sich Trends und echte Innovationen setzen lassen.“ Neben dem Leitartikel sind im neuen Jahresbericht unter anderem die Entwicklung des Gartenmarktes im vergangenen Jahr, der Witterungsverlauf oder die Kernkompetenzen des Verbandes informativ und übersichtlich in Szene gesetzt. Die wichtigsten Zahlen können Leserinnen und Leser auf einen Blick erfassen. Der Jahresbericht informiert zudem über die Veranstaltungen und Projekte des Verbandes.

Interessenten können den IVG Jahresbericht kostenlos per E-Mail an verband@ivg.org in der IVG Geschäftsstelle bestellen oder im Downloadbereich auf www.ivg.org herunterladen.

IVG Medientag Garten macht Hoffnung für 2026

Am 11. Februar 2026 fand im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse der 25. IVG Medientag Garten statt. Im Rahmen der Veranstaltung hielten Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher und Klaus Peter Teipel, Berater und Marktforscher in der DIY- und Gartenbranche, Fachvorträge zu aktuellen Zahlen und Fakten aus der Grünen Branche. So stellte Schleicher vor rund 200 angereisten Medienvertreterinnen und -vertretern die Trends für das kommende Jahr vor, basierend auf den Anforderungen potenzieller Kundinnen und Kunden. Teipel veröffentlichte die Zahlen der Grünen Branche für das Jahr 2025. Er sprach von leichten Verlusten, aber einem hoffnungsvollen Ausblick für 2026.

Der Garten der Zukunft bleibt ein Sehnsuchtsort. Balkon, Terrasse und Grünflächen sind Rückzugsräume. „Genau deshalb zeigt sich die Gartenbranche widerstandsfähiger als viele andere Konsumsegmente“, sagt Theresa Schleicher. „In den kommenden Jahren verändern sich allerdings die Spielregeln: Der Preisdruck steigt, Kaufentscheidungen werden rationaler, die kommenden Generationen verfügen weniger über Häuser und Gärten, Effizienz wird zum neuen Maßstab.“ Wer 2026 und 2027 in der Grünen Branche kaufe, frage weniger nach Design, sondern nach Nutzen, Langlebigkeit, Preis und Einsparung. „Die Fragen lauten: Wie viel Wasser spart das Produkt? Wie viel Pflege nimmt es ab? Wie viel Ertrag bringt es?“, so Schleicher.

Leichte Verluste – hoffnungsvoller Ausblick
Auch das Jahr 2025 hat für die deutsche Wirtschaft nicht die erhoffte Wende gebracht. Angesichts konstant hoher Preisniveaus und anhaltender Konsumzurückhaltung musste erstmals auch der Gartenmarkt leichte Umsatzverluste hinnehmen. „Im Vergleich zu anderen Branchen muss der Gartenmarkt dennoch als deutlich weniger konjunkturanfällig herausgehoben werden“, so Klaus Peter Teipel. Mit einem Umsatz von rund 19,7 Milliarden Euro hat er ein Minus von -0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Dabei konnte das Segment biologisch-chemischer Bedarf (+1,2 Prozent) zulegen. Auch die Hartwarensegmente haben etwas hinzugewonnen (+0,7 Prozent), während Lebendes Grün etwas verloren hat (-2,0 Prozent).

Hoffnung statt Pessimismus
„Auf der Verbraucherseite genießt der Gartenmarkt nach wie vor einen hohen Stellenwert“, so Teipel. 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher fehle es nicht an finanziellen Mitteln, sondern an Motivation und Inspiration. Hier seien Hersteller und Handel gleichermaßen gefordert, dem Markt mit entsprechenden Ideen und Lösungen wieder zu nachhaltigen Wachstumsimpulsen zu verhelfen. „2026 sehe ich die Wachstumsrate für den Gartenmarkt zwischen 0,5 und 2,7 Prozent“, sagt Teipel.

IVG Medientag Garten bereits zum 25. Mal 

Der IVG Medientag Garten feierte in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Bereits zum 25. Mal lud der Industrieverband Garten (IVG) e.V. Redakteur*innen aller relevanten Fachzeitschriften und Hobbygartenmagazine, TV-Journalist*innen sowie Influencer*innen aus dem Gartenbereich zu dieser Veranstaltung ein. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und informierten sich am 11. Februar im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse über die Produkthighlights des Gartenjahres 2026. 34 IVG Mitglieder stellten sie den Teilnehmenden in persönlichen und ausführlichen Gesprächen vor.

„Der IVG Medientag Garten ist aus der Grünen Branche nicht mehr wegzudenken,“ sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Welchen Stellenwert er besitzt, zeigt nicht nur unser 25-jähriges Jubiläum, sondern auch die stetig wachsende Zahl der Besucher und Besucherinnen“. Die IVG Mitglieder erhielten beim IVG Medientag Garten die Gelegenheit, ihr Unternehmen und ihre Produkte persönlich vorzustellen und den Medien ohne Zeitdruck Rede und Antwort zu stehen. Die Medienvertreterinnen und -vertreter hatten zudem die Möglichkeit, die Artikel aus dem gesamten Spektrum des Gartenmarktes hautnah zu erleben. Darüber hinaus informierten Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher und Klaus Peter Teipel, klaus peter teipel research & consulting, in ihren Fachvorträgen über die aktuelle Lage im Gartenmarkt.

Auf dem Gelände der Koelnmesse hatten sich in diesem Jahr Hersteller aus den Bereichen Garten- und Rasenpflegegeräte, Pflanzenernährung, -gesundheit und -pflege, Garten Lifestyle sowie Substrate, Erden und Ausgangsstoffe präsentiert. Am Vorabend trafen sich die IVG Mitglieder und die Besucher*innen zu einem geselligen Get-Together ebenfalls in der Koelnmesse.

IVG weist Darstellung des Niedersächsischen Umweltministeriums zum Torfabbau-Urteil zurück

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. weist die Aussagen in der heutigen Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Zusammenhang mit dem Torfabbau in Niedersachsen entschieden zurück. Die öffentliche Darstellung suggeriert, das Gericht habe in der Hauptsache über die Verfassungsmäßigkeit des vollständigen Torfabbauverbots entschieden und dieses bestätigt. Dies ist sachlich falsch. 

Tatsächlich hat das Bundesverfassungsgericht am (heutigen) Mittwoch die Verfassungsbeschwerde eines Torfabbauunternehmens gegen das Torfabbauverbot in Niedersachsen nach dem Niedersächsischen Klimagesetz für unzulässig erklärt (1 BvR 2681/24) und die Verfassungsbeschwerde aus formalen Gründen nicht zur Entscheidung angenommen. Eine inhaltliche Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des Totalverbots ist nicht erfolgt. Entsprechende Aussagen, wonach der Eingriff „verhältnismäßig und verfassungsgemäß“ sei, finden sich im Beschluss an keiner Stelle.

„Die Darstellung des Umweltministeriums ist juristisch nicht haltbar. Das Gericht hat ausdrücklich nicht in der Sache entschieden. Wer etwas anderes behauptet, betreibt politische Deutung, aber keine rechtliche Einordnung“, erklärt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG.

Auch die vom Ministerium erneut angeführten Emissionszahlen für die niedersächsische Substratindustrie sind aus Sicht des IVG fachlich nicht belastbar. Inzwischen werden auf Bundesebene und in Fachgremien deutlich differenziertere Werte zugrunde gelegt, die den tatsächlichen Emissionsschwerpunkten auf landwirtschaftlich genutzten Moorböden Rechnung tragen. Tatsächlich liegen die aus dem in Niedersachsen gewonnenen Schwarztorf resultierenden Emissionen noch unter 800.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten. Das Ministerium zitiert also mehr als doppelt so hohe Zahlen und liegt damit falsch. Die durch diesen Rohstoff gewonnenen Pflanzen und Nahrungsmittel bzw. eingesparten Emissionen werden hingegen vollständig vernachlässigt.

Besonders kritisch bewertet der IVG die sogenannte Übergangsregelung. Zwischen Einbringung des Gesetzentwurfs im Juni 2023 und dem Stichtag für vollständige Anträge im Dezember 2023 lagen lediglich rund sechs Monate. In dieser Zeit war es faktisch unmöglich, einen genehmigungsfähigen Abbauantrag zu erstellen. Erforderliche naturschutzfachliche Untersuchungen – etwa zu Brutvögeln oder Amphibien – sind an feste jahreszeitliche Zeitfenster gebunden und können nicht beliebig verkürzt oder verschoben werden. „Eine Übergangsregelung, die technisch nicht erfüllbar ist, ist keine echte Übergangsregelung, sondern eine Nebelkerze. Sie kommt einem sofortigen Totalverbot gleich und bringt Unternehmen und Beschäftigte in existenzbedrohende Situationen – ohne nachgewiesenen klimapolitischen Mehrwert“, so Testroet weiter.

Der IVG hält fest: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist keine Bestätigung des niedersächsischen Torfabbauverbots. Die verfassungsrechtlichen Fragen zur Verhältnismäßigkeit, zur tatsächlichen Klimawirkung und zu den Grenzen staatlicher Eingriffe sind weiterhin offen und werden nun von den Fachgerichten zu klären sein. Eine sachliche und differenzierte Debatte bleibt daher dringend notwendig.

Der IVG fordert eine Rückkehr zur Torfgewinnung mit Klimakompensation nach dem NABU-IVG-Konzept. Dieses ermöglicht eine verantwortungsvolle Nutzung regionaler Ressourcen und schafft gleichzeitig neue, wiedervernässte Moorflächen – finanziert durch die Industrie. Damit lassen sich Klimaschutz, Ressourcensicherung und Naturschutz vor Ort sinnvoll verbinden. Gleichzeitig schafft es Versorgungssicherheit für den heimischen Gartenbau.

IVG Medientag Garten 2026 steht vor der Tür

Am 11. Februar 2026 findet im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse bereits der 25. IVG Medientag Garten statt. Mitglieder des Industrieverband Garten (IVG) e.V. präsentieren hier in einem exklusiven Rahmen zahlreichen Medienvertreterinnen und -vertretern ihre Neuheiten und Innovationen für die nächste Gartensaison.

Der Verband organisiert den IVG Medientag Garten jedes Jahr ausschließlich für Medienvertreterinnen und -vertreter – darunter Redakteur*innen aller relevanten Fachzeitschriften und Hobbygartenmagazine, TV-Journalistinnen und -Journalisten sowie Garten-Blogger*innen und -Influencer*innen. Exklusiv erhalten sie hier einen Ausblick auf die Produkt-Highlights der kommenden Saison. Neben den zahlreichen persönlichen Gesprächen und Informationen aus erster Hand bietet der IVG Medientag Garten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern informative Fachvorträge. Neben Klaus Peter Teipel, Berater und Marktforscher in der DIY- und Gartenbranche, wird zum ersten Mal auch Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher aktuelle Zahlen und Fakten aus der Grünen Branche präsentieren.

Get-together am Vorabend
Am Vorabend sind Aussteller*innen und Besucher*innen herzlich eingeladen, die Veranstaltung bei Kölsch und kleinen Köstlichkeiten in einer entspannten Atmosphäre ebenfalls im Eingangsbereich Nord der Koelnmesse einzuläuten. Interessierte Medienvertreter*innen und Aussteller (Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft im IVG) können sich bereits zur Teilnahme am IVG Medientag Garten anmelden. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der IVG Webseite.

Neues deutsch-niederländisches Bündnis fordert europäische Agenda zur Versorgungssicherheit mit Substraten

Die deutsche Erdenindustrie, zusammengeschlossen im Industrieverband Garten (IVG) e.V., und das niederländische Pendant im Bereich der Substrate (VPN) haben ein Bündnis geschlossen, um die Versorgungssicherheit mit strategischen Rohstoffen für Substrate in Europa zu stärken. In einer gemeinsamen Erklärung warnen beide Verbände, dass ohne eine europäische Strategie die Produktion von Substraten und damit die Versorgung des Gartenbaus in Deutschland, den Niederlanden und der gesamten EU gefährdet sei.

Kultursubstrate beziehungsweise Pflanzerden für den Consumer-Markt sind unverzichtbar für die Ernährungssicherheit, die Stadtbegrünung, die Klimaanpassung und den Hobbygartenbau. Deutschland und die Niederlande stellen zusammen rund 50 Prozent der europäischen Substratproduktion und bilden eines der wichtigsten Gartenbau- und Substratökosysteme Europas.

„Wir brauchen jetzt eine nationale Agenda, die in eine europäische Strategie einfließen kann“, erklärt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG. „Die Verfügbarkeit aller strategischen Rohstoffe für Substrate muss abgesichert werden.“ Han de Groot, Direktor der Vereniging Potgrond- en Substraatfabrikanten (VPN), ergänzt: „In Zeiten geopolitischer Spannungen ist es wichtig, die Verwundbarkeit strategischer Sektoren und der damit verbundenen Lieferketten zu berücksichtigen. Dies gilt auch für den Gartenbau und den Substratsektor.“ Die Verbände stellen fest, dass ohne planbare Rahmenbedingungen Engpässe, steigende Lebensmittelpreise und der Verlust der europäischen Selbstversorgung drohen können.

Das neue IVG-VPN-Bündnis fordert die Politik auf nationaler und EU-Ebene unter anderem dazu auf,

  • eine koordinierte europäische Rohstoffstrategie zu entwickeln,
  • Genehmigungsprozesse für Torf und erneuerbare Rohstoffe zu vereinfachen,
  • ein level playing field für Substratproduktion in ganz Europa zu schaffen.

Hier geht es zur Abschlusserklärung der Konferenz in Bad Zwischenahn am 5. November 2025.

IVG begrüßt Änderungsantrag zum Niedersächsischen Klimagesetz 

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. begrüßt den von der CDU-Fraktion eingebrachten Änderungsantrag zum Niedersächsischen Klimagesetz, der die Rücknahme des vollständigen Torfabbauverbotes vorsieht. Aus Sicht des Verbands wäre dies ein notwendiger Schritt, um die Versorgungssicherheit der Substratindustrie und des Gartenbaus zu gewährleisten und gleichzeitig praktikable Lösungen für Klima- und Moorschutz zu schaffen.

„Das niedersächsische Torfabbauverbot ist kein wirksamer Klimaschutz, sondern verschiebt die Emissionen, verhindert Renaturierungen und erhöht zugleich die Importabhängigkeit Deutschlands vom Weltmarkt“, erklärt Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer des IVG. „Die Substratindustrie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte bei der Torfreduktion erzielt. Dennoch bleibt Torf in absehbarer Zeit unverzichtbar für stabile Pflanzenproduktion und damit für Ernährungssicherheit. Niedersachsen braucht eine realistische Rohstoffstrategie statt symbolische Verbote.“

Nach Einschätzung des IVG trägt das 2023 eingeführte Verbot dazu bei, dass wichtige Produktionsrohstoffe in wachsendem Maße aus dem Ausland importiert werden müssen – mit allen negativen Folgen für Klimabilanz, Wettbewerbsfähigkeit und regionale Wertschöpfung. Schon in diesem Jahr kam es zu erheblichen Engpässen, weil die baltischen Staaten infolge extremer Witterung bis zu 50 Prozent Ernteausfälle bei der Torfgewinnung verzeichneten. Demgegenüber herrschten beste Abbaubedingungen in den verbliebenen Abbauflächen in Niedersachsen. Ein weiterer Gegentrend ist die Abwanderung der betroffenen Unternehmen in Richtung der Rohstoffe und passender politischer Rahmenbedingungen.

Der IVG fordert, eine Rückkehr zur Torfgewinnung mit Klimakompensation nach dem NABU-IVG-Konzept. Dieses ermöglicht eine verantwortungsvolle Nutzung regionaler Ressourcen und schafft gleichzeitig neue, wiedervernässte Moorflächen – finanziert durch die Industrie. Damit lassen sich Klimaschutz, Ressourcensicherung und Naturschutz vor Ort sinnvoll verbinden. Gleichzeitig schafft es Versorgungssicherheit für den heimischen Gartenbau.

Um die Bedeutung einer sachgerechten und praxisorientierten Umsetzung zu unterstreichen, organisierte der IVG am 11. November einen Termin mit dem Abgeordneten Lukas Reinken MdL bei einem IVG Mitgliedsbetrieb in Saterland. Der Betrieb, der vornehmlich Deckerden für die Champignonzucht gewinnt und danach die Flächen renaturiert, ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen des Torfabbauverbots, kämpft er doch seit vielen Jahren um neue Abbaugenehmigungen, um den Standort sichern zu können. Die Gespräche vor Ort verdeutlichten, dass verantwortungsvoller Torfabbau und wirksamer Moorschutz kein Widerspruch sind, sondern bei fachgerechter Planung Hand in Hand gehen können.

Zugleich weist der Verband auf die Bedeutung des Gartenbaus für die kommunale Klimaanpassung hin. Begrünung, Entsiegelung und innovative Substratlösungen sind zentrale Hebel für nachhaltige Stadtentwicklung. „Die Grüne Branche ist Teil der Lösung“, so Testroet. „Wer ernsthaft Klimaanpassung will, muss auch den Gartenbau und seine industriellen Partner einbeziehen.“

BU: Lukas Reinken MdL (mitte) besuchte gemeinsam mit IVG Juristin Tanja Constabel (2. v. l.) das Führungsteam und das Betriebsgelände eines IVG Mitglieds. Foto: Horst Kruse

IVG Branchentag Erden & Substrate blickt auf Herausforderungen und Chancen 

Am 6. November 2025 waren mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und internationalen Substrat- und Erdenindustrie ins Ammerland nach Bad Zwischenahn zum IVG Branchentag Erden & Substrate gekommen. Fachkundige Referentinnen und Referenten beleuchteten in ihren Vorträgen Themen wie neue Rohstoffstrategien, die Rolle der Produkte im Lichte von Nachhaltigkeit und Qualität sowie die Chancen, die sich aus Innovation und Zusammenarbeit ergeben. Zudem erhielten Expertinnen und Experten innerhalb eines Science Pitch die Möglichkeit, ihre Forschungsfelder plakativ zu präsentieren.

„Wir freuen uns über den immensen Zuspruch für unsere Veranstaltung“, zeigte sich Philip Testroet, stellvertretender Geschäftsführer beim IVG, rundum zufrieden. „Die Vielfalt der teilnehmenden Unternehmen zeigt uns auch in diesem Jahr wieder, dass wir mit unserer Themenauswahl den Nerv des Publikums getroffen haben.“

Moorbodenforschung und Naturschutz
Der erste Themenblock des Tages beschäftigte sich mit Moorbodenforschung und Naturschutz. So war Angelika Rubin, Referentin der Europäischen Kommission, per Video zugeschaltet und berichtete Neues zur EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur. Anschließend gab Maureen Kuenen, Executive Officer Responsibly Produced Peat (RPP), einen Überblick über die Arbeit der Stiftung für die Förderung der Nachhaltigkeit im Torfsektor. Sabine Jordan, Wissenschaftlerin an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften, lieferte dann Fakten über die schwedische Moornutzung im Allgemeinen und den Torfabbau im Speziellen.

Science Pitch stellt aktuelle Forschungsthemen vor
Im Anschluss bekamen vier Expertinnen und Experten die Gelegenheit, ihre Forschungsfelder kurz und knapp zu präsentieren. Die Inhalte reichten dabei vom Thema Miscanthus über die Zerfaserungstemperatur von Holz und Nichtholz-Rohstoffen bis hin zu Torfreduktion im Hobbygarten sowie saprophytischen Pilzen in Kultursubstraten.

Im Fokus: Substratausgangsstoffe
Der dritte Themenblock stand ganz im Zeichen von Substratausgangsstoffen. Sascha Hermus, Projektmanager im 3N Kompetenzzentrum, referierte über Torfersatzstoffe aus Gärresten. Martin Küttim, Wissenschaftler an der Tallinn University, stellte die Ergebnisse einer in Estland durchgeführten Studie vor über die Nutzung, Nachnutzung und Kohlenstoffbilanz von Gartentorf. Ergebnis: Das CO2-Emissionspotential von Torf ist geringer als bisher gedacht. Karin Luyten-Naujoks, Referentin bei der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V., ging in ihrem Vortrag ein auf vorhandene Kompostmengen, geeignete Qualitäten zur Substratherstellung, deren begrenzte Verfügbarkeit und den bestehenden Bedarf für den Torfersatz. Peter Tiede-Arlt von der Landwirtschaftskammer NRW sprach über Erfahrungen, Risiken und Nebenwirkungen von Hydrogelen in torffreien Substraten.

Zur Lage der Nation
Die Veranstaltung beendete Journalistin, Autorin und TV-Moderatorin Nena Brockhaus mit ihrer Keynote „Die Lage der Nation“. Sie besprach Auszüge aus ihren jeweiligen Büchern zur „Steuergeldverschwendung“ in Deutschland sowie zu den Lebensweisheiten sogenannter „alter weiser Männer“. Dazu wurde der Bogen gespannt zur medialen Berichterstattung und den gesellschaftlichen Auswirkungen. Im Anschluss wurden die Thesen und Aussagen mit dem Publikum ausgiebig diskutiert.

„Unser Dank gilt allen Referentinnen und Referenten für ihre spannenden Vorträge, den zahlreichen Sponsoren, die an ihren Ständen in den Pausen zur Diskussion einluden sowie den vielen Besuchern, die einen neuen Rekord aufstellten“, so Testroet im Anschluss an die Veranstaltung.

Der nächste IVG Branchentag Erden & Substrate wird am 19. November 2026 stattfinden, allerdings nicht in Bad Zwischenahn, sondern im niederländischen Cuijk.